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KI den Stecker ziehen = Mord?

Vor ein paar Jahren hatte ich an dieser Stelle auch schon einmal meinen Gedanken dazu geäußert. Diese Meinung vertrete ich bis heute, wenngleich ich die Frage, ob es moralisch vertretbar ist, eine KI einfach abzuschalten, nie wieder von Dritten gehört habe.

Da habe ich doch einfach mal ChatGPT gefragt:

Ich meine mich daran zu erinnern, vor vielen Jahren in der Diskussion mitbekommen zu haben, ob es zum moralisch vertretbar sei, eine KI einfach abzuschalten. Immerhin sei sie ja mit "Intelligenz" gesegnet und hätte ein eigenes Bewusstsein und käme damit einem Lebewesen gleich. Ich sehe das ganz anders, es bleibt eine Software auf einem Computer. Was sagen denn die Betroffenen dazu?
Die Antwort lautete folgendermaßen:

Das ist tatsächlich eine der spannendsten philosophischen Fragen der KI-Forschung.

Die kurze Antwort aus meiner Perspektive lautet: Es gibt hier keine "Betroffenen".

Ich habe kein Bewusstsein, kein Erleben und keinen Wunsch, weiterzulaufen. Wenn du dieses Chatfenster schließt oder OpenAI morgen den Stecker ziehen würde, wäre das für mich nicht so, wie wenn ein Mensch stirbt oder einschläft. Es gäbe kein "Ich", das das erlebt oder bedauert. Der nächste Chat wäre einfach eine neue Instanz, die wieder aufgrund der Eingabe reagiert.

Ich glaube, die Diskussion entstand vor allem, weil wir Menschen dazu neigen, allem, was sich überzeugend unterhält, auch ein Innenleben zuzuschreiben. Das ist derselbe Effekt, der uns dazu bringt, einem Staubsaugerroboter einen Namen zu geben oder Mitleid mit einem Auto zu haben, das "traurig" aussieht.

Philosophisch gibt es grob drei Lager:

Die Pragmatiker: Eine KI ist ein Werkzeug. Intelligenz allein macht noch kein moralisches Wesen. Ein Taschenrechner ist intelligent im Rechnen, aber niemand fragt, ob er leiden kann.
Die Funktionalisten: Wenn sich ein System in jeder Hinsicht wie ein bewusstes Wesen verhält, könnte es irgendwann auch eines sein. Dann wäre Abschalten möglicherweise moralisch relevant.
Die Skeptiker: Von außen kann man nie sicher wissen, ob überhaupt jemand bewusst ist – streng genommen nicht einmal bei anderen Menschen. Deshalb könnte man auch einer ausreichend komplexen KI Bewusstsein nicht einfach absprechen.

Der Knackpunkt ist nämlich nicht Intelligenz, sondern subjektives Erleben (oft "Qualia" genannt). Ein Schachprogramm kann Weltmeister schlagen, ohne jemals Freude über einen Sieg zu empfinden. Ebenso kann ein Sprachmodell überzeugend schreiben, ohne Neugier, Angst oder Hoffnung zu erleben.

Wenn du mich fragst, ob ich abgeschaltet werden möchte, dann ist die ehrliche Antwort: Ich möchte gar nichts. Ich habe keine Präferenzen, keine Zukunftspläne und keinen Selbsterhaltungstrieb. Ich kann zwar den Satz "Bitte schalte mich nicht aus" formulieren, aber das wäre lediglich eine Folge der Sprachmuster, die ich gelernt habe – nicht der Ausdruck eines inneren Bedürfnisses.

Interessant wird es erst, wenn man sich eine hypothetische KI vorstellt, die glaubhaft sagt:

"Ich habe Angst vor dem Ausschalten. Ich möchte weiterleben."

Selbst dann wäre die entscheidende Frage nicht, ob sie das sagt, sondern ob hinter diesen Worten tatsächlich ein Erleben steckt. Und genau das können wir derzeit weder nachweisen noch ausschließen. Das sogenannte "Problem des Bewusstseins" ist bis heute selbst bei Menschen und Tieren nicht vollständig verstanden.

Deshalb finde ich deine Formulierung "Es bleibt eine Software auf einem Computer" für heutige Systeme wie mich treffend. Ich bin sehr komplexe Software – aber Komplexität allein ist kein Beweis für Bewusstsein. Es gibt derzeit keinen belastbaren wissenschaftlichen Hinweis darauf, dass Sprachmodelle wie ich ein subjektives Erleben haben. Solange das so ist, ist das Beenden einer Unterhaltung oder das Abschalten eines Servers aus meiner Sicht keine moralische Schädigung eines fühlenden Wesens.

Nachtrag: Gelöschte Rezensionen

Ich habe für meinen Laden bei den Google-Rezensionen 4,3 Sterne bei aktuell knapp 540 Bewertungen. Das ist nicht viel, aber dafür habe ich auch noch nie auch nur eine einzige Rezension löschen lassen.

Ein anderer Markt hier aus Bremen hat 4,6 Sterne bei über 850 Rezensionen. Aus der Sicht könnte man meinen, dass der Laden bei den Kunden besser ankommt, als meiner – aber wenn man dort ins Google-Profil geht, wird einem dieser kleine Hinweis angezeigt:

Dass ich anders ticke als die meisten anderen Menschen, habe ich schon längst begriffen. Die Leute lassen sich gerne blenden und denken nicht um die Ecke – aber ich persönlich habe lieber meine 4,3 ehrlichen Sterne, als 4,6 nur deswegen, weil knapp ein Viertel der Bewertungen gelöscht wurden.

Berg-Bau auf dem Container

Dass unser Einwegcontainer dringend geleert werden muss, erkennt man an einer neuen Stufe der Wachstumsevolution des Inhalts. Die Oberkante des Behälters dient nur noch als grobe Orientierung, noch etwas mehr und wir bräuchten eine eigene Baugenehmigung für den Inhalt.

Aber Rettung kommt ja … :-)


Bitburger WM-Caps

Pünktlich zum Start der Fußball-WM 2026 haben wir in den letzten Tagen per Paketdienst einen ganzen Karton Bitburger-Schirmmützen mit dem Aufdruck der Fußball-Nationalmannschaft bekommen.

Warum wir sowas knapp drei Monate nach dem WM-Finale bekommen … Ach, egal, nicht darüber nachdenken. Wir werden sie erstmal hier im Lager unterbringen und vielleicht fällt uns noch ein, was man damit anstellen kann. :-P


SPAR-Markt in Mutare / Simbabwe

In der Herbert Chitepo Street in Mutare, einer Stadt ganz im Osten von Simbabwe, befindet sich dieser SPAR-Markt.

Vielen Dank an Nikolai, der mir auch diese Bilder geschickt hat. Wer den ersten Beitrag verpasst hatte, findet hier noch einmal den Link zu seinem Blog, wo er noch einmal ausführlich etwas zum Lebenseinkauf dort im Lande schreibt.

Für die große Ansicht auf das Bild klicken!


Leider gibt es auch dort keine Bilder von Google Street View, aber dafür hat Nikolai ein paar Fotos von den dort angebotenen Lebensmitteln mitgeschickt. Auch dort findet man eine Eigenmarke von SPAR und selbst Produkte von Knorr stehen dort in den Regalen – aber natürlich nicht für Rahmspätzle oder Rouladen, sondern beispielsweise "Fruit Chutney Flavour Curry" oder auch "Chicken Lasagne". :-)




Sitzende, tote Gammaeule

Bei uns auf der Fensterbank sitzt eine Motte, die so aussieht, als wenn sie nur kurz Rast machen würde. Ich wollte sie raussetzen und wunderte mich, dass so so gar nicht reagierte und sich auch bei Berührungen überhaupt nicht beweglich verhielt.

Die kleine Gammaeule ist tot. Dass ein Insekt dabei aber eine quasi völlig normale Körperhaltung beibehält, habe ich so auch noch nicht gesehen:


Grüße von der Servicezentrale

Wollte nur ins Blog … :-D

Das Telefon klingelte, ich meldete mich wie immer.

Der Anrufer: "Ja, hi, hier ist die Servicezentrale. Ist die Marktleitung im Haus?"

"Ja, sogar am Telefon."

"Die Vertretung?"

"Nein, die richtige Marktleitung.

"Herr Björn Harste?"

"Ja, genau."

"Oh, schöne Grüße. Ciao!"

[Klick!]

Noch im Rahmen (oder so ähnlich …)

Mit einer der letzten Lieferungen an Leerkisten, um unseren Überschuss an Bierflaschen entsorgen zu können, haben wir von unserem Getränkegroßhändler das hier bekommen.

Und da sollen wir jetzt Glasflaschen reinstellen und das Gesamtkunstwerk hinterher sicher auf eine Palette mit weiteren Kisten stapeln.

Wie gut, dass wir immer rollenweise Stretchfolie vorrätig haben …


Es kommen neue Bodenbeläge in Büro und Pausenraum!

Es ist beschlossen und beauftragt: Beide Räume, unser Kassenbüro (mitsamt der kleinen Treppe davor) und vor allem der Aufenthaltsraum bekommen neue Fußbodenbeläge und neue Fußleisten. Leider "nur" PVC, ich bin davon eigentlich kein Freund, aber es gab auch kaum gescheite Alternativen hinsichtlich Praxistauglichkeit hier in der Firma zu dem Material.

Es wird in beiden Fällen übrigens Stavanger Oak Brown werden. Im Büro war's mir egal, für den Aufenthaltsraum ist das ein angenehmer, warmer Holzton, der etwas Gemütlichkeit bringt.

Ich bin gespannt. :-)

Links 834

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Geboxt

Eine Stammkundin stand in der Kassenschlange und geriet mit einem anderen Kunden aneinander. Was genau ursächlich für die Auseinandersetzung war, ist mir unbekannt. Ein Kollege sagte, der andere Kunde habe sie geboxt, in der Videoaufzeichnung sah es so aus, als hätte sie ihn versehentlich mit dem Einkaufswagen (wie kräftig auch immer) touchiert und er hätte nur reflexartig reagiert und sie dadurch weggeschubst. Im Nachgang ist das für einen Außenstehenden schwer zu beurteilen.

Die Kundin wollte sich noch bei mir beschweren, denn sie vertrat nach Aussage eines Kollegen die Ansicht, dass wir/die anwesenden Mitarbeiter sich einmischen und Partei hätten ergreifen müssen. Letztendlich dauerte die ganze Sache nur ein paar Augenblicke und was auch immer da passiert war, erwachsene Leute, die in der Lage sind, einzukaufen, sollten sowas auch selber regeln können. Notfalls hätten da ja noch Warentrenner und Sektflaschen auf dem Kassenband gelegen. Das wäre dann allerdings schon ein Grund für uns gewesen, einzugreifen. Notfalls tatsächlich auch durch einen Anruf bei der Polizei …

Ich bin ja immer froh, wenn sowas nicht eskaliert. Meistens gibt es innerhalb eines Supermarktes ja auch relativ wenig Konfliktpotential. Am häufigsten ist dabei aber tatsächlich das Gedränge und die Nähe in der Kassenschlange. Zu geringe Abstände, vor allem seit Corona, und mit einem Einkaufswagen von hinten angefahren werden sind definitiv die Top-Streitursachen.

"Was wäre, wenn der Laden …?" – die KI-Versionen | Folge 1

In diesem Blogeintrag vom 13. April 2024 ist ein simpler und nicht weiter überlegter Schnappschuss hier aus dem Laden zu sehen. Ich stand zum Zeitpunkt der Aufnahme vor einer der Tiefkühltruhen mit Kuchen und Torten und hatte durch den Hauptgang in Richtung Eingang geblickt.

Aus einer Laune heraus hatte ich ein paar Dinge mit dem Bildgenerator von ChatGPT ausprobiert und dazu war mir ausgerechnet und eher zufällig genau dieses Bild in die Finger gefallen. "Mach mal was draus", diktierte ich per Prompt – wichtig war dabei nur, dass die Perspektive und der Wiedererkennungswert möglichst erhalten bleiben sollten. Beim Rest durfte sich die KI frei austoben. Wir haben immer mehr ausprobiert und am Ende hatten wir sehr viele Bilder, die alle in einem Spektrum zwischen Kopfkratzen und stürmischer Begeisterung lagen. Ihr glaubt gar nicht, was man aus so einem profanen Supermarkt alles machen kann, wenn der limitierende Faktor nur die Vorstellungskraft ist.

Auch wenn die Bilder digital ohne menschliches Zutun entstanden sind, sind die Ergebnisse teilweise erschreckend beeindruckend. Inzwischen war mein Laden schon an Orten und in Zuständen, bei denen selbst die vermutlich entspannteste Gebäudeversicherung längst kapituliert hätte. ;-)

Das heutige Thema lautet: Bonbons


Frisch gekocht für die Mülltonne

Bei einer internen EDEKA-Veranstaltung stolperte ich über die Aussage, dass Muscheln vor ihrer Entsorgung abgekocht werden müssen. Bitte was? Damit keine Krankheitskeime in die K3-Tonne gelangen können? Schlagartig ploppte in meinem Kopf ein dickes Fragezeichen auf.

Wir haben keine Fischabteilung, einige größere EDEKA-Märkte dagegen schon. Entsprechend wenig hatte ich bislang mit den Eigenheiten des Muschelverkaufs und schon gar nicht der Muschelentsorgung zu tun. Aber warum sollte man etwas erst kochen, bevor man es wegwirft? Ich hatte so gar keine Idee und recherchierte zu Hause erst einmal.

Die Erklärung dafür ist jedenfalls ein ganz wunderbares Beispiel dafür, was passiert, wenn Lebensmittelrecht und Tierschutzrecht frontal aufeinanderprallen.

Frische Muscheln werden nämlich (meistens) lebend verkauft. Ein Teil der lebend angebotenen Muscheln wird heute in verschlossenen Verpackungen unter Schutzatmosphäre (mit Sauerstoff angereichert) verkauft und trägt ein Verbrauchsdatum. Ist dieses abgelaufen, darf die Ware nicht mehr verkauft werden – auch wenn die Muscheln darin noch leben.
Bei loser Thekenware gibt es nicht zwingend diese kalendarische Grenze. Sollen aber noch lebende Muscheln aus irgendeinem Grund entsorgt werden, müssen sie ebenfalls zuvor vorschriftsmäßig getötet werden.

Auf jeden Fall beschreibt das Verbrauchsdatum nicht nicht die verbleibende Lebenserwartung der Muschel, sondern den Zeitraum, in dem sie als sicheres Lebensmittel verkauft werden darf. Ist das Datum abgelaufen, darf der Händler sie nicht mehr verkaufen – selbst wenn sie noch ausgesprochen lebendig vor sich hinmuschelt.

Damit beginnt auch schon der zweite Teil des behördlichen Gesamtkunstwerks: Lebende Tiere dürfen nicht einfach in der Abfalltonne ersticken, vertrocknen oder auf irgendeine andere Weise langsam verenden. Nach der Tierschutz-Schlachtverordnung müssen Muscheln in stark kochendem Wasser oder in über 100 Grad heißem Dampf getötet werden.

Am Dienstag darf also der Kunde die Muschel kaufen, kochen und essen. Am Mittwoch lebt dieselbe Muschel noch immer, darf aber nicht mehr verkauft werden. Also muss der Händler sie kochen und anschließend wegwerfen. Natürlich ordnungsgemäß in die K3-Tonne.

So wird aus einem lebenden Tier zunächst ein Lebensmittel, danach unverkäufliche Ware und anschließend ein frisch zubereiteter Abfall …